Der Fahrermangel im Straßengüterverkehr ist längst keine abstrakte Zukunftsdebatte mehr – er trifft die Praxis bereits heute und wird mittelfristig deutlich spürbare Auswirkungen auf die Lieferketten und die Versorgungssicherheit haben.
Dass elf Wirtschaftsverbände erneut bessere Rahmenbedingungen für den Fahrerarbeitsmarkt fordern, ist daher ein wichtiges Signal. Allerdings wird entscheidend sein, dass alle Maßnahmen ressortübergreifend gedacht und konsequent umgesetzt werden.
- modernere und effizientere Qualifizierungsprozesse, die den Aufwand für Fahrer und Unternehmen reduzieren
- weniger bürokratische Hürden sowie verlässliche, planbare Verfahren
- verbesserte Bedingungen für Fahrer unterwegs (Park- und Rastplätze, Sicherheit) sowie eine Modernisierung der belasteten Infrastruktur
Aus unserer Praxis als Speditionsunternehmen mit eigenem Fuhrpark und damit massivem Bedarf an qualifizierten Fahrern spielen darüber hinaus noch weitere, „hausgemachte“ Punkte eine große Rolle:
- mehr Wertschätzung gegenüber dem Berufsstand der Berufskraftfahrer
- professionelles Onboarding, damit neue Kolleginnen und Kollegen gut ankommen und bleiben
- Anpassungen der Transportroutinen: hin zu vorgeladenen Einheiten zur Entlastung oder zu Begegnungsverkehren, die mehr Wochenenden zu Hause ermöglichen
So können Unternehmen selbst ihren Beitrag leisten, indem sie den Beruf im Alltag spürbar attraktiver machen. Dabei ist auch klar, dass viele Themen nicht allein politisch lösbar sind. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Markt und die Wertschätzung des Jobs in der Gesellschaft spielen ebenfalls eine Rolle, wenn es um nachhaltige Verbesserungen geht.
Am Ende braucht es aber immer beides: politische Rahmenbedingungen, die funktionieren, und betriebliche Maßnahmen, die Fahrer wirklich entlasten. Nur so wird aus der Diskussion eine Lösung, die in der Realität langfristig tragfähig ist.