Wir alle freuen uns auf den Sommer mit seinen langen Tagen, den aktuell bereits (angenehmen) Temperaturen und den bevorstehenden Reisen in die beliebten Urlaubsregionen Europas, ob an die Küsten Südeuropas, in die Alpen oder in die Metropolen.
Gleichzeitig bringt die Hauptreisezeit jedoch auch eine erhöhte Verkehrsbelastung mit sich, die in der Transportlogistik nachvollziehbare Einschränkungen zur Folge hat, insbesondere im Zusammenhang mit den europaweiten Urlaubsreisen.
Die Monate Juni, Juli und August 2026 zählen zu den operativ anspruchsvollsten Zeiträumen in der Transportlogistik. In diesem Zeitraum treffen das hohe Verkehrsaufkommen und saisonale Regelungen aufeinander, wodurch zusätzliche Einschränkungen für den Schwerlastverkehr entstehen, die sich unmittelbar auf Laufzeiten, Planungssicherheit und Kapazitäten auswirken.
In Deutschland beginnt zum 1. Juli das sogenannte Ferienfahrverbot im Rahmen der Ferienreiseverordnung. Dieses gilt bis zum 31. August 2026. In diesem Zeitraum dürfen Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen sowie Lkw mit Anhänger an Samstagen zwischen 7 Uhr und 20 Uhr bestimmte Autobahnen und Bundesstraßen nicht befahren. Betroffen sind insbesondere stark frequentierte Verkehrsachsen wie die Autobahnen A1, A3, A5, A6, A7, A8 und A9. Zusätzlich bleibt das ganzjährige Sonn und Feiertagsfahrverbot von 0 Uhr bis 22 Uhr bestehen.
Diese zusätzlichen Beschränkungen führen im Juli und August zu deutlich eingeschränkten Transportfenstern. Insbesondere im Nord Süd Verkehr ist die Planbarkeit reduziert. Gleichzeitig steigt vor und nach den Sperrzeiten das Verkehrsaufkommen deutlich an, was zu Verzögerungen führen kann. Auch in anderen europäischen Ländern bestehen bereits ab Juni erste Einschränkungen, die sich im Verlauf des Sommers weiter verstärken.
In Österreich gelten ganzjährig Fahrverbote ab Samstag 15 Uhr sowie an Sonn und Feiertagen von 0 Uhr bis 22 Uhr. Zusätzlich kommt es auf wichtigen Transitstrecken wie der Inntalautobahn A12 und der Brennerautobahn A13 regelmäßig zu weiteren verkehrslenkenden Maßnahmen, insbesondere in Richtung Italien.
In der Schweiz gelten ebenfalls sehr restriktive Rahmenbedingungen mit einem Sonntagsfahrverbot von 0 Uhr bis 24 Uhr sowie einem Nachtfahrverbot von 22 Uhr bis 5 Uhr. Dadurch entstehen insbesondere im Alpentransit nur begrenzte Zeitfenster für den Güterverkehr.
Frankreich verhängt in den Sommermonaten zusätzliche Fahrverbote an mehreren Samstagen im Juli und August. Diese gelten in der Regel von 7 Uhr bis 19 Uhr landesweit und betreffen insbesondere die stark frequentierten Reisetermine, an denen mit besonders hohem Verkehrsaufkommen zu rechnen ist.
In Italien gilt der umfangreichste Verbotskalender Europas. Neben den regulären Sonntagsfahrverboten werden zusätzliche Einschränkungen an Samstagen sowie an ausgewählten Freitagen eingeführt. Im August erreichen diese Maßnahmen ihren Höhepunkt, sodass dieser Monat als besonders kritisch für Transporte in Richtung Süden einzustufen ist.
Auch in Osteuropa beginnen die Sommerregelungen zum Teil bereits im Juni.
In Polen gelten ab Ende Juni zusätzliche Fahrverbote am Freitagabend sowie am Samstag und Sonntag.
In Spanien bestehen während der Hauptreisesaison ebenfalls zeitliche Einschränkungen, insbesondere am Wochenende sowie ergänzend auf regionaler Ebene, beispielsweise in Katalonien oder im Baskenland.
In Dänemark besteht grundsätzlich kein generelles Feiertagsfahrverbot für den Güterverkehr. Allerdings kann es im Sommer zu witterungsbedingten Einschränkungen kommen. Im Zeitraum vom 15. Juni bis 31. August besteht die Möglichkeit, dass die Behörden bei Temperaturen ab 25 Grad Celsius temporäre Fahrverbote für Schwertransporte verhängen. Diese gelten in der Regel in der Zeit von 12 Uhr bis 18 Uhr.
Weitere Details können Sie unter anderem den nachstehenden Links entnehmen:
https://www.svg.de/svg-wiki/artikel/lkw-fahrverbotsregelung-deutschland-und-europa
Die Kombination der Regelungen in mehreren Ländern gleichzeitig führt zu einer deutlichen Erhöhung der Komplexität in der nationalen und internationalen Transportlogistik. Sehen Sie in diesem Zusammenhang auch die grundsätzlich angepassten Abfahrtspläne in den Systemverkehren.
Unser Ziel ist es, die Auswirkungen dieser saisonalen Einschränkungen für Sie so gering wie möglich zu halten. Durch vorausschauende Planung, kontinuierliche Überwachung der jeweiligen Vorschriften sowie flexible Anpassung der Routen sorgen wir für eine möglichst stabile Durchführung Ihrer Transporte. Sollten sich konkrete Auswirkungen auf einzelne Sendungen ergeben, informiert Sie unsere Kundenservice selbstverständlich.
Bei Rückfragen oder zur Abstimmung geplanter Transporte stehen Ihnen Ihre bekannten Ansprechpartner jederzeit gerne zur Verfügung.
Ihre Transportlogistik
der Hammer GmbH & Co. KG